Vom Geist gehen alle Dinge aus

In den letzten Tage war mein Geist sehr unruhig. Ich bin teilweise mitten in der Nacht aufgewacht und konnte stundenlang nicht schlafen, weil ich über ein Thema bei der Arbeit nachdenken musste, dass mich einfach nicht losließ.
Und das, obwohl ich in einer anderen Stadt war und wundervolle ruhige Stunden mit meiner Freundin verbrachte ❤️.
Aber kaum, dass mal „nicht los“ war, begann mein Geist wieder damit den Gedankenmüll zu produzieren, der auch nicht wirklich produktiv war.
Wie so oft drehten sich die Gedanken hauptsächlich im Kreis. Auf merkwürdige Art und Weise darin bestrebt ein „Problem“ zu lösen, aber mit immer wieder dem gleichen Ansatz und dementsprechend den gleichen Resultaten, wenn man von Resultaten sprechen kann…
Auch das Setzen der Intention auf den Atem half nicht, ich fühlte mich komplett abgeschnitten zu den friedvollen Geistesständen, die ich so genieße, als ob es keinen Zugang dazu mehr gäbe.

Nachdem das Ereignis, das meine Gedanken und Emotionen so in Wellen versetzt hatte nun 3 Tage her war und ich immer noch darüber nachdenken musste, beschloss ich mich dem Ganzen einmal gewissenhaft zu widmen.

Ich setze mich auf das Kissen und machte insgesamt 3 Sitzungen, weil ich nach der 1. und 2. Sitzung merkte, dass es noch nicht reichte und ähnlich wie es Siddhartha Gautama damals unter dem Baum tat, hatte ich es mir vorgenommen nicht eher aufzustehen, als bis ich wieder ein Gespür für die Stille und eine friedvolle Herzverbindung aufgenommen hatte.

Nun gab es 2 Erkenntnisse, die ich zwar der Theorie nach schon wusste, die ich aber in dieser Praxis erst so richtig entdeckte.
Zum Einen bemerkte ich, dass ich „von hier“ weg wollte. Nicht von dem Ort, an dem ich gerade war, sondern von meinem aktuellen Geisteszustand. Ich wollte unbedingt wieder einen Seelenfrieden spüren und suchte vergeblich nach einem Weg dorthin, den ich nehmen konnte um „von hier“ wegzukommen.
Das funktionierte nicht. Wie sollte es auch? – Wenn es das Ziel der Meditation ist im Hier und Jetzt anzukommen, dann darf man nicht vor dem davon laufen, was gerade da ist.
Als mir das klar wurde, begann ich meinen aktuellen Geisteszustand mehr zu akzeptieren.

Und dabei half mir die 2. Erkenntnis, die eine Grundlehre des Buddha ist:
„Vom Geist gehen alle Dinge aus“ –

Für mich erkannte ich: All die Dinge, die von außen auf mich einprasseln. Menschen, die etwas von mir wollen, Termine, die es einzuhalten gilt und Dinge, die unbedingt geändert werden müssen, sind nichts, was ich einfach verneinen kann, sie sind in meinem Leben aufgetaucht und existieren, ABER das heißt nicht, dass sie nur im Außen liegen und meine Geisteszustände fremdbeeinflusst werden müssen. Nein, jedes Ereignis im außen, hat eine Repräsentation in meinem Inneren.
Wie sonst sollte es sein, dass ich in einem stillen Raum mitten in der Nacht alleine Gespräche mit einem imaginären Repräsentation einer anderen Person führen kann, die mich so aufwühlen, als würde ich mit tatsächlich mit der Person unterhalten?
Das heißt mein eigener Geist produziert diese Dinge, sie sind nichts, was außerhalb liegt, sondern ich erschaffe sie. Und damit habe ich auch eine Wahl.
Um es auf den Punkt zu bringen, ich begann diese Dinge in mein eigenes Wesen zu inkludieren und dadurch dafür Verantwortung zu nehmen.
Es ist nicht so, dass ich den Frieden will, aber von außen ständig Gedanken auf mich einprasseln für die ich nichts kann und dann kämpfe Ich quasi einen Kampf gegen etwas unsichtbares von außen.

Alles, was ich erfahre, gehört zu mir.

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