Kalte Duschen als Achtsamkeitsübungen

Wie der Titel schon verrät geht es ums kalte Duschen.

Ich habe schon öfter Zeiten gehabt, in denen ich kalte geduscht habe. Meist deshalb um wach zu werden oder um mich aktiv aus meiner Komfortzone zu bewegen und frisch und aufgeladen in den Tag zu starten.

Dabei war mir schon öfter aufgefallen, dass es weniger anstrengend und schmerzhaft ist, wenn man versucht sich zu entspannen und die Kälte zu akzeptieren (ich weiß das hört sich einfacher an, als es ist… ;)).

Seit gestern habe ich jedoch noch mal eine völlig neue Perspektive bekommen.

Wie auch sonst im Alltag versuche ich derzeit aktiv Übergänge zu schaffen und nicht von einer Aktivität in die nächste zu springen. Also habe ich mich vor dem Duschen hingestellt und innegehalten und mich mental darauf eingestellt, dass ich jetzt dusche und zwar kalt. Dass diese Dusche für die nächsten Minuten das ist was ich tue und ich nicht im Kopf beim nächsten Schritt meiner Morgenroutine bin.

Das war Schritt Nr. 1 um die kalte Dusche zu überstehen. Schritt Nr. 2 war es immer einzelne Körperteile bei den Füßen angefangen mit dem kalten Wasser in Kontakt zu bringen und dabei jeweils die Aufmerksamkeit kurz vorher vollkommen auf dieses Körperteil zu richten. Alles mit der inneren Intention das Kältegefühl, das wenige Augenblicke später einsetzen würde zu begrüßen und zu empfangen.

Was passierte war faszinierend. Ich litt überhaupt nicht unter der Kälte, sondern genoss sie sogar. Um es gleich auf den Punkt zu bringen, meine Theorie die auf meiner Beobachtung basiert ist folgende:

Das kalte Wasser zwingt deinen Geist in deinen Körper, also ins Jetzt, denn der Körper existiert nur im Jetzt. Je mehr jedoch der „Monkey Mind“ gerade bei der am werkeln ist, desto weniger wird es dir gefallen ins Jetzt gezogen zu werden. Wie ich schon öfter festgestellt habe: Meist möchte mein Geist gar nichts ins Jetzt, sondern lieber vor sich hin wabern.

Das Gegenstück ist eine warme oder sogar heiße Dusche. Am besten noch im Liegen in der Badewanne. Was als Wellness bezeichnet wird, führt häufig dazu, dass man sich entspannt und sich danach erholt fühlt.

Komisch, nach der kalten Dusche fühlte ich mich auch erholt, aber anders. Ich glaube die Gemeinsamkeit ist die, dass bei beiden Aktivitäten der Geist entspannt. Beim kalt Duschen tut man dies ganz aktiv, bei der heißen Dusche oder dem Baden geschieht es quasi nebenbei. Glückseligkeit stellt sich ein, wenn der Geist entspannt. Ich finde es faszinierend, dass dies sowohl bei kalten als auch bei heißen Duschen der Fall sein kann.

Jetzt die Gründe warum kalte Duschen noch eine andere Qualität haben, als heiße. Heiße Duschen sind zwar super wohltuend und manchmal hat man beim Duschen ja die besten Ideen, aber meine Beobachtung ist, dass der Geist gerade beim längeren duschen gerne zu wandern beginnt ohne dass man dies bemerkt. Das passiert bei kalten Duschen nicht, denn wie bereits erwähnt holt das Kältegefühl einen quasi zwanghaft ins Jetzt. Mit anderen Worten: Sei im Jetzt oder leide 😉

Die geistige und körperliche Wachheit, die eine kalte Dusche mir als Achtsamkeitsübung bringt ist so ziemlich die zeiteffizienteste Übung, die ich kenne. Es dauert gerade mal 5 Minuten 🙂

Ich wollte diese Erfahrung mal mit euch teilen. Zum einen um euch zu inspirieren es auch auszuprobieren und zum Anderen, um euch nach euren Erfahrungen zu fragen. – Schreibt gerne in die Kommentare.

 

 

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